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steppenwolf
(14.07.2007)
Eklat bei Veda-Rezitation in US-Senat
Erstmals wurde eine Senatssitzung mit einer Vedischen Rezitation begonnen
Bad Homburg / Washington (vedamagazin) - Es sollte die erste Vedische Rezitation in der mehr als 200-jährigen Geschichte des US-Senat werden. Doch aus dem historischen kulturellen Brückenschlag wurde eine Demonstration christlich-fundamentalistischer Intoleranz.
Am Donnerstag, den 12. Juli war der in Nevada lebende indische Pandit Rajan Zed eingeladen, das Eröffnungsgebet der Senatssitzung vorzutragen. Nach seiner Vorstellung durch Senator Bob Casey begann der in traditionellem Orange gewandete Pandit gerade, die englische Übersetzung des berühmten Gayatri Mantra (Wortlaut siehe unten) vorzutragen, als er mehrfach durch Störrufe von der Besuchertribüne unterbrochen wurde.
Einer der Demonstranten rief "Herr Jesus, Vater, verzeih uns die Erlaubnis für ein Gebet der Gemeinen, was aus Deiner Sicht eine Gräueltat ist". Nachdem Senator Casey unverzüglich die Ordnungskräfte anwies für Ruhe zu sorgen, wurde die Rezitation fortgesetzt. Schon beim ersten Satz "We meditate on the transcendental glory of the deity supreme" wurde der Pandit erneut durch Rufe wie "Es gibt keinen Gott außer Jesus Christus!" und "Es gibt nur einen wahren Gott!" unterbrochen. Die drei Störer, offenbar fundamentalistische Christen, wurden daraufhin festgenommen, der Geistliche konnte ungestört fortfahren.
Im US Senat wird zwar die traditionelle Trennung von Kirche und Staat eingehalten, nicht jedoch die Trennung von Gott und Staat. So wurden seit 1789 alle Senatssitzungen mit einem Gebet eröffnet, in dem "Gott als souveräner Herr der Nation" gepriesen wird. Normalerweise spricht der Senats-Geistliche das Gebet, aber manchmal werden amerikanische Gast-Geistliche eingeladen, das Gebet vorzutragen.
Vor dem Beginn das Senatsgebetes hatte der Pandit rund um das Podium einige Tropfen vom Wasser des in Indien als heilig geltenden Flusses Ganges versprüht. Er trug eine safranfarbene Robe und die Rudraksh Mala (traditionelle Gebetskette), seine Stirn wurde von dem typischen Zeichen aus Sandelholzpaste geziert. Zeds Gebet beinhaltete auch Rezitationen aus der Brahadaranyak- und Tattiriya-Upanishad. Mit Zitaten aus dem dritten Kapitel der Bhagavad Gita, beschwor er die Senatoren, sich stets um das Wohl der Welt zu bemühen und bei der Erfüllung ihrer Plicht immer an das Wohl der anderen zu denken, weil man durch Hingabe an selbstloses Handeln das höchste Ziel des Lebens erreiche. "Mögen Sie sorgfältig und weise arbeiten, geleitet durch Mitgefühl und frei von egoistischen Motiven", fügte er hinzu.
Die Vedische Texte durften nach offizieller Anweisung nicht im traditionellen Sanskrit, sondern nur in der englischen Übersetzung vorgetragenen werden. Pandit Zed beendete seine Gebete mit dem letzen Vers des Rig Veda, dem "Eintrachtslied", und der üblichen abschließenden Formel "Frieden, Frieden, Frieden für alle" ("Om Shanti, Shanti, Shanti").
Video: Pandit Rajan Zed rezitiert im US-Senat das Gayatri Mantra, unterbrochen durch Störrufe
Das Gayatri Mantra entstammt dem Rig Veda, der mit einem Alter von gut 3.500 Jahren ältesten bekannten Vedischen Schrift. Der Vers gilt in vielen spirituellen Traditionen Indiens als besonders heilig und kann in seiner Bedeutung mit dem christlichen Vaterunser verglichen werden.
Wortlaut der im US-Senat vorgetragenen freien Übersetzung des Gayatri Mantras:
Eine der vielen unterschiedlichen deutschen Übersetzungen des Gayatri Mantras:
Bad Homburg / Washington (vedamagazin) - Es sollte die erste Vedische Rezitation in der mehr als 200-jährigen Geschichte des US-Senat werden. Doch aus dem historischen kulturellen Brückenschlag wurde eine Demonstration christlich-fundamentalistischer Intoleranz. Am Donnerstag, den 12. Juli war der in Nevada lebende indische Pandit Rajan Zed eingeladen, das Eröffnungsgebet der Senatssitzung vorzutragen. Nach seiner Vorstellung durch Senator Bob Casey begann der in traditionellem Orange gewandete Pandit gerade, die englische Übersetzung des berühmten Gayatri Mantra (Wortlaut siehe unten) vorzutragen, als er mehrfach durch Störrufe von der Besuchertribüne unterbrochen wurde.
Einer der Demonstranten rief "Herr Jesus, Vater, verzeih uns die Erlaubnis für ein Gebet der Gemeinen, was aus Deiner Sicht eine Gräueltat ist". Nachdem Senator Casey unverzüglich die Ordnungskräfte anwies für Ruhe zu sorgen, wurde die Rezitation fortgesetzt. Schon beim ersten Satz "We meditate on the transcendental glory of the deity supreme" wurde der Pandit erneut durch Rufe wie "Es gibt keinen Gott außer Jesus Christus!" und "Es gibt nur einen wahren Gott!" unterbrochen. Die drei Störer, offenbar fundamentalistische Christen, wurden daraufhin festgenommen, der Geistliche konnte ungestört fortfahren.
Im US Senat wird zwar die traditionelle Trennung von Kirche und Staat eingehalten, nicht jedoch die Trennung von Gott und Staat. So wurden seit 1789 alle Senatssitzungen mit einem Gebet eröffnet, in dem "Gott als souveräner Herr der Nation" gepriesen wird. Normalerweise spricht der Senats-Geistliche das Gebet, aber manchmal werden amerikanische Gast-Geistliche eingeladen, das Gebet vorzutragen.
Vor dem Beginn das Senatsgebetes hatte der Pandit rund um das Podium einige Tropfen vom Wasser des in Indien als heilig geltenden Flusses Ganges versprüht. Er trug eine safranfarbene Robe und die Rudraksh Mala (traditionelle Gebetskette), seine Stirn wurde von dem typischen Zeichen aus Sandelholzpaste geziert. Zeds Gebet beinhaltete auch Rezitationen aus der Brahadaranyak- und Tattiriya-Upanishad. Mit Zitaten aus dem dritten Kapitel der Bhagavad Gita, beschwor er die Senatoren, sich stets um das Wohl der Welt zu bemühen und bei der Erfüllung ihrer Plicht immer an das Wohl der anderen zu denken, weil man durch Hingabe an selbstloses Handeln das höchste Ziel des Lebens erreiche. "Mögen Sie sorgfältig und weise arbeiten, geleitet durch Mitgefühl und frei von egoistischen Motiven", fügte er hinzu.
Die Vedische Texte durften nach offizieller Anweisung nicht im traditionellen Sanskrit, sondern nur in der englischen Übersetzung vorgetragenen werden. Pandit Zed beendete seine Gebete mit dem letzen Vers des Rig Veda, dem "Eintrachtslied", und der üblichen abschließenden Formel "Frieden, Frieden, Frieden für alle" ("Om Shanti, Shanti, Shanti").
Video: Pandit Rajan Zed rezitiert im US-Senat das Gayatri Mantra, unterbrochen durch Störrufe
Das Gayatri Mantra entstammt dem Rig Veda, der mit einem Alter von gut 3.500 Jahren ältesten bekannten Vedischen Schrift. Der Vers gilt in vielen spirituellen Traditionen Indiens als besonders heilig und kann in seiner Bedeutung mit dem christlichen Vaterunser verglichen werden.
Wortlaut der im US-Senat vorgetragenen freien Übersetzung des Gayatri Mantras:
We meditate on the transcendental glory of the deity supreme, who is inside the heart of the earth, inside the life of the sky and inside the soul of heaven. May he stimulate and illuminate our minds.Lead us from the unreal to real, from darkness to light, and from death to immortality. May we be protected together. May we be nourished together. May we work together with great vigor. May our study be enlightening.
Eine der vielen unterschiedlichen deutschen Übersetzungen des Gayatri Mantras:
Wir meditieren über den Glanz des verehrungswürdigen Göttlichen, dem Urgrund der drei Welten, Erde, Luftraum und die himmlischen Regionen. Möge das Höchste Göttliche uns erleuchten, auf dass wir die höchste Wahrheit erkennen.
